Rissbreitennachweise nach DIN 1045, WU-Richtlinie und BUmwS-Richtlinie
Das Programm untersucht die Rissbildung von Rechteckquerschnitten infolge abfließender Hydrationswärme im jungen Betonalter, äußerem Zwang und Last. Bei diesen Nachweisen kann der Nutzer entsprechend dem angestrebten Sicherheitsniveau Einfluss auf die effektive Betonzugfestigkeit zum Zeitpunkt der Rissbildung nehmen. Wesentliche Einflüsse auf die Zugfestigkeit des Betons sind das zu verwendende Quantil der Zugfestigkeit, die von der Zeit und der Zementerhärtung abhängige Betonfestigkeit, die Abweichung des Baustellenbetons von der Betonqualität der Norm und die zeitabhängige Veränderung des Elastizitätsmoduls des Betons.
Insbesondere bei WU - Beton Konstruktionen und dem Betonbau beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen gestatten die Einflussfaktoren eine genauere Abschätzung der Sicherheit der Konstruktion auf den Rissbildungsprozess. Als Beispiel sei für derartige Konstruktionen die Festlegung der Mindestbewehrung genannt. Das der DIN 1045-1 zugrunde gelegte Berechnungsmodell basiert auf den Mittelwert der Betonzugfestigkeit. Diese Festlegung bedeutet aber auch, dass der Mittelwert der Zugfestigkeit zu 50% über- und unterschritten werden kann. Wird eine größere Genauigkeit gefordert, z. B. bei WU- Konstruktionen oder beim BUmwS, dann ist von anderen Quantilen der Zugfestigkeit bzw. anderen Einflussfaktoren bei der Berechnung der Mindestbewehrung auszugehen. Nur so können die zulässigen Rissbreiten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eingehalten werden.
Es können folgende Untersuchungen am Querschnitt durchgeführt werden:
- Die frühe Rissbildung, die infolge des Abfließens der Hydrationswärme auftritt. Dabei können Einflüsse aus der verwendeten Zementsorte berücksichtigt werden.
- Die späte Rissbildung, die nach der vollständigen Abbindung des Betons und der ersten Belastung auftreten kann.
- Rissbildung beim Herstellungsprozess durch frühzeitige Belastungen bei Montage- und Fertigungszuständen (z. B. Drehen von Fertigteilen in Verbindung mit der Verwendung von schnell erhärtendem Zement).
Vollwertiger Dichtheitsnachweis von WU – Querschnitten auf der Basis der Berechnung der Rissbreiten nach der WU- Richtlinie: Es wird in diesem Fall eine zweckmäßige vom Druckgefälle abhängige Rissbreiten eingehalten. Durch die Variation von Einflüssen kann dabei untersucht werden, ob z. B. eine Selbstheilung des Betons infolge der gewählten Rissbreite wahrscheinlich ist.
Dichtheitsnachweis auf der Basis der Berechnung der Rissbreiten von BUmwS – Querschnitten: In diesem Fall ist der Gültigkeitsbereich auf gerissene Querschnitte begrenzt. Die kritische Rissbreite, bei der in Abhängigkeit vom Medium die Bauteildicke h in der Einwirkungszeit t durchdrungen wird, muss durch einen Versuch in einer zugelassenen Prüfstelle ermittelt werden. Alternativ kann auch der Eingabewert wcal verwendet werden. Auch dieser Wert muss dann nach der BUmwS – Richtlinie der Bedingung wcrit/γr entsprechen.
Als Ergänzung der Dichtheitsnachweise für ungerissene und einseitig gerissene BUmwS - Querschnitte ist das Programm Dichtheitsnachweis nach der DAfStb-Richtlinie "Betonbau beim Umfang mit wassergefährdenden Stoffen (BUmwS-Richtlinie) der Weitendorf Software GmbH zu verwenden.